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Unternehmungen - Pflanzenverkauf
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Aus unseren anerkannten Saatgutbeständen (Fichte, Tanne, Douglasie) werden regelmäßig die entsprechenden Bäume beerntet. Das hieraus anfallende Saatgut kommt in die Baumschulen zur Anzucht. Die mehrjährigen Jungpflanzen können im Frühjahr bei unserer Forstverwaltung erworben werden.

Eine Vorbestellung für Pflanzen ist im Herbst des Vorjahres erforderlich.

Heinersreuth setzt auf die Douglasie
Ludwig von Lerchenfeld

Während die Fichten Zug um Zug den Stürmenzwischen Jahren 1992 und 1999 und den Borkenkäfern zum Opfer fielen, haben sich die Douglasien wacker gehalten.
(Foto: M. Mößnang)

Zusammenfassung
Der Forstbetrieb Heinersreuth im Frankenwald befindet sich seit 1820 im Besitzder Familie von Lerchenfeld. Auf Anregung des Forstsoziologen C.A. Schenck wurde 1880 eine zwei Hektar umfassende Kultur mit Douglasien, Chamaecyparis, Thujen, Abies grandis und einigen anderen angelegt. Die ersten Douglasien wurden in Trupps und Gruppen eingebracht. Lange Zeit beschäftigte man sich nicht mit der Astung. Nachweislich wurde erstmals 1929 geastet, professionell erst in den Nachkriegsjahren. Bereits 1929 wurde aus Naturverjüngung gewonnene Douglasie bestandsweise gepflanzt.
Die Bestände waren vier bis sechs Hektar groß. Beigemischt waren Buche, Tanne und Fichte. In diesen Abteilungen ist die Fichte inzwischen vollkommen verschwunden, die Douglasie dominiert. Heute werden auf größeren Sturmwurf- und Käferflächen maximal 2.500 Douglasien pro Hektar gepflanzt.

Frost, Dürre und Schneebruch setzten der Douglasie anfangs zu. Auch der Borkenkäfer, der im Jahr 1928 einen circa zwanzigjährigen Douglasienbestand befiel, schien anfangs eine Gefahr, stellte sich dann allerdings als sekundär und daher nicht bedrohlich.
Die „Schweizer Schütte der grünen Douglasie“ trat lediglich Anfang der fünfziger Jahre auf, war jedoch unproblematisch, da sich die Douglasie resistent zeigte.
Zur selben Zeit rief die Weiße Wolllaus ebenfalls nur geringe Schäden hervor.

Bis 1932 wurden hauptsächlich Grünäste und Wildlinge gewonnen. Ab 1938 spielte die Zapfenernte eine Rolle. Der Grünastgewinnung kommt nach wie vor eine große Bedeutung zu. Bis Ende der achtziger Jahre ließen sich Douglasien schlecht vermarkten. Sie wurden in normalen Fichtenlosen zwar mitgenommen, aber mit Abschlägen bezahlt.

Ab 1993 wurden Douglasienstämme nach Japan exportiert. Dieses Geschäft lief sehr gut, in den folgenden zehn Jahren wurden bis zu 120.000 Festmeter Douglasien-Stammholz dorthin verkauft. 1993 wurde ein kleines Sägewerk gegründet, in dem etwa 1.200 Festmeter pro Jahr eingeschnitten werden, der Douglasienanteil dabei beträgt 80 Prozent. Für Douglasie, sei es nun Schreinerware, Bauholz oder Sichtschalung, wird ein deutlich höherer Preis als für Fichte erzielt. Darüber hinaus wird immer mehr Douglasienbrennholz nachgefragt. Auch Douglasien-Hackschnitzel erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Zur Zeit nimmt die Douglasie im Betrieb Heinersreuth einen Anteil von circa 15 Prozent der Holzbodenfläche, 25 Prozent des Holzeinschlages und 28 Prozent der Einnahmen aus dem Holzverkauf ein. Ziel ist, in den nächsten Jahren den Anteil auf 20 Prozent der Holzbodenfläche zu steigern.

Naturgemäße Waldwirtschaft von Anbeginn
Ich leite unseren Forstbetrieb in Oberfranken in der siebten Generation und meine Ausbildung war mehr juristisch denn forstlich ausgerichtet. Ich habe jedoch mit großem Interesse schon als Bub mit meinem Vater und unserem Förster das Geschehen im Wald beobachtet.
Mein forstliches Wissen stammt also nicht aus Büchern, geschweige denn aus Vorlesungen oder Seminaren, sondern aus der Praxis.

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Carl Alwin Schenck –Initiator des Douglasienanbaus
Mein Urgroßvater pflanzte die Douglasie erstmalig 1883 in Heinersreuth. Er studierte Forstwissenschaften in Tharandt und lernte dort den Forstsoziologen C. A. Schenck kennen. Schenck kam 1875 nach Heinersreuth und riet meinem Urgroßvater, es doch einmal mit einigen Exoten zu versuchen.

Daraufhin wurde eine zwei Hektar umfassende Kultur mit Douglasien, Chamaecyparis, Thujen, Abies grandis und einigen anderen angelegt. Diese existiert noch heute und es ist äußerst interessant zu beobachten, wie unterschiedlich diese Baumarten auf ein und demselben Standort wachsen. Dabei war schon bald die allen anderen Baumarten überlegene Wuchskraft der Douglasie zu erkennen.

Mein Urgroßvater begann im Jahr 1880, die Geschichte des Heinersreuther Betriebes zu schreiben.

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Gefährdungen
Frost, Dürre und Schneebruch setzten der Douglasie anfangs zu. Auch der Borkenkäfer, der im Jahr 1928 einen circa zwanzigjährigen Douglasienbestand befiel, schien anfangs eine Gefahr, stellte sich dann allerdings als sekundär und daher ohne Bedrohung heraus. Die „Schweizer Schütte der Grünen Douglasie“ trat lediglich Anfang der fünfziger Jahre auf, war jedoch unproblematisch, da sich die Douglasie resistent zeigte. Zur selben Zeit rief die Weiße Wolllaus ebenfalls nur geringe Schäden hervor.
Grünäste, Wildlinge, Zapfen
Bis 1932 gewannen wir hauptsächlich Grünäste und Wildlinge von der Douglasie. Ab 1938 spielte dann die Zapfenernte eine bedeutendere Rolle. Eigenes Personal erntete und klengte die Zapfen. Die Samen wurden dann in eigenen Pflanzgärten ausgesät, die Pflanzen verschult und verkauft.
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Vermarktung des Stammholzes
Der Verkauf des Stammholzes lief bis 1993 relativ zäh.
Der Sägeindustrie war bisher die Verwendung der Douglasie nicht bekannt. Bis Ende der achtziger Jahre waren deshalb die Douglasien aus unserem Betrieb schlecht zu vermarkten. Sie wurde in normalen Fichtenlosen zwar mitgenommen, aber mit Abschlägen bezahlt.
Nachdem wir gehört hatten, dass Japan auf den mitteleuropäischen Markt drängt, begann ich 1993 zusammen mit einem Freund, die Douglasie dorthin zu exportieren.

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Zum Forstbetrieb das Sägewerk
Ich bin der festen Überzeugung, dass die 1993 begonnene Exporttätigkeit die Douglasie auch auf dem inländischen Markt an Beliebtheit gewinnen ließ.
Ich selbst gründete im Jahr 1993 ein kleines Sägewerk, um vor allem nach den verheerenden Auswirkungen von Wiebke und Vivian eigene Hölzer veredeln zu können.

Wir sägen im Jahr circa 1.200 Festmeter Stammholz auf unserer Säge, der Douglasienanteil dabei beträgt circa 80 Prozent. Im Hinblick auf die spätere Holzverwendung kommt es natürlich darauf an, schon beim Anbau der Douglasien und bei der Bestandespflege im Wald geeignete forstliche Maßnahmen zu ergreifen, wie z. B. rechtzeitige Durchforstungen oder aber auch Astungen, um hochwertige Stammhölzer erzeugen zu können.

Im Halbschatten aufwachsende Douglasienverjüngung haben besonders feine Äste.
(Foto: T. Bosch)

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Überzeugender Baum für die Zukunft
Alles in allem ist festzuhalten, dass die Douglasie gegenüber allen anderen Baumarten nur Vorteile mit sich bringt. Ihr hoher Harzgehalt schützt sie weitgehend vor Käferbefall. Ihre Herzwurzel verschafft ihr, zumindest verglichen mit der Fichte, eine beträchtliche Standfestigkeit.
Wir stellten gegenüber den anderen Nadelbaumarten seltener Stammbrüche fest und schreiben dies ihrer hohen Elastizität zu. Nicht zuletzt wächst sie fast doppelt so schnell wie Fichte oder Tanne.

Darüber hinaus stellen wir eine steigende Nachfrage nach Douglasienbrennholz fest. Der Brennwert übertrifft wegen des hohen Harzgehalts den der Fichte.

Auch Douglasien-Hackschnitzel erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.
Zur Zeit nimmt die Douglasie in unserem Betrieb einen Anteil von circa 15 Prozent der Holzbodenfläche, 25 Prozent des Holzeinschlages und 28 Prozent der Einnahmen aus dem Holzverkauf ein. Damit gewinnt sie erheblich an Bedeutung.
Mein Ziel ist es, in den nächsten Jahren den Anteil auf 20 Prozent der Holzbodenfläche zu steigern.